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Tag 14: Tromsø, das Tor zur Arktis

Die Nordlichterjagd war eine Enttäuschung. Die Lichter der Stadt waren zu hell für die schwachen grünen Wabbergardinen. Der Wind fegte in Böen durch das Tal hinunter und zerrte am Stativ und an meinen Nerven. Als ich beschloss, den Rückweg anzutreten und den Fotoapparat und das Stativ demontiert hatte, zeigten sich die Wabbergardinen unverhofft doch noch 🫢.

Auch in Tromsø wird seit ein paar Jahren das Trottoir geheizt, damit es nicht vereist. Die Wärme kommt aus der Kehrichtverbrennung, so wie wir Gurken in Hinwil heizen.

Die unbeheizten Flächen sind deutlich auch als Schweizer erkennbar.

In der Bibliothek fand eine Aufzeichnung einer hochrangigen Gesprächsrunde statt. Da ich kein Wort wirklich verstand, schmökerte ich in den Büchern und wurde fündig.

Bibliothek, die mal ein Kino war.
Carl von Linné, Lappländische Reise. Linné war schwedischer Naturforscher und Begründer der modernen Systematik.

Ich hab mich dann doch noch bemüht herauszufinden, was verhandelt wurde und erhielt als Antwort: Trollfjordslaget

Mit einem lauten Tuten fuhr das Hurtigrutenschiff Nordlys ein. So habe ich ihr einen Besuch abgehalten und die Kajüte für die Fahrt von Bergen nach Kirkenes und zurück ausgewählt. Wenn ich mal alt bin, werde ich diese Reise mit gefühlten 100 weiteren grummligen deutschen Pensionären unternehmen. Immerhin habe ich ein paar entsprechende Exemplare angetroffen. Ich stelle es mir super interessant vor, die Küste Norwegens vom Schiff statt vom Land aus zu beäugen. Mal gucken.

Sauna und Jacuuzi, alles da um zu überleben.

Anschliessend schlenderte ich dem Hafenquai entlang zum neusten Stadteil, auch hier für Richandfamous und entdeckte ein Restaurant mit noch intaktem riesengroßem Aquarium mitten auf der Fläche.

Dorsch, der „Brötlifisch“ der Fischer in Nordnorwegen.

Steinbeißer, der ugly Fisch. Der sei so absolut lebendig.
Lachs und Lachs.
Der Isbjørnen Rudi aus Spitzbergen (Svalbard), vermisst seit 1995 sein Leben und bewacht dafür alle Angestellten des meteorologischen Instituts.
Ein Faible für lustige Namen ist den Norwegern wohl gegeben…

Da sich die Nordlichter scheu zeigen, bin ich diese Nacht nochmals auf die Lauer gelegen. Et voila.

Wetter:

Windig, bewölkt -2 bis 3 Grad. Einige Aufhellungen.

Ein Kommentar

  1. Herr Ärmel Herr Ärmel

    Der poetische Reisebericht des Herrn von Linné erinnert mich an die Abenteuer von Nils Holgersson, der Dich ja auch schon bei Deinen Expeditionen begleitet hat.

    Die Trottoirheizung übernimmt andernorts, z.B. auf den Färöern, der Golfstrom. Immerhin sorgt er in Tromsø noch dafür, dass das Hurtigrutenschiff (noch) nicht durch Eis fahren muss. Aber darüber muss man Dir ja nichts erzählen. Mit den Strömungen kennst Du Dich ja bestens aus, zu Luft und zu Wasser.
    Also kein grosses Aperçu zum färöischen Wort für Schnee „kava“. Und ein Tag mit Schnee heisst demnach „kavadagur“. Solche wünsche ich auf der Weiterreise zwar etliche, aber so gemässigt, dass ein gutes und sicheres Vorwärtskommen gewährleistet ist.

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