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Tag 20: Stengt

Es hat sich in den letzten Jahren viel verändert, nicht nur das Wetter wurde unglaublich „warm“, auch die Menge an Touristen in einigen Gebieten stieg sprunghaft an. Dafür sind andere Orte vollständig ausgestorben und es war schwierig, eine Übernachtungsmöglichkeit oder ein geöffnetes Restaurant zu finden.

Heute fahre ich „nur“ von Kirkenes nach Inari, in der grossartigen läppischen Landschaft ins Zentrum der sámischen Kultur. Samuel hat das Haus zur Übernachtung überlassen, da er zur Zeit in Kautokeino weilt. Nachdem ich die Tasche und die Esswaren in das falsche Haus ausgeladen habe, das Essen im FineDinigRestaurant genossen habe, hat sich die Aufregung des jungen Paares im falschen Haus wieder gelegt. Sie haben sich gewundert, wer ein Buch in deutscher Sprache und stinkender norwegischer Fisch sein eigen nennt.

Etwas Foodporn: Im Zeichen der Rentiere, nachdem diese heute vermehrt auf und neben der Strasse standen.
Rentierfleich, super lecker mit Blutcacke, weniger lecker und Pilzen und Flechten, super lecker.
Das Nest war gefüllt mit einem Ei aus weisser Schokolade, gefüllt mit Waldbeerencreme.

Eigentlich sollten die Rentiere auf Renntiere umbenannt werden, weil sie vor dem Wagen herrennen, statt rechts oder links der Strasse einfach stehen bleiben.

Wie in jeder Safari, zeigt sich oft nur der Allerwerteste der Tiere.
Manchmal halten sie still, weil sie völlig durcheinander sind, weil ein Elektroauto keine Motorengeräusche von sich gibt?

Ja das Ren rennt mit dem Wagen um die Wette.

Das Wetter ist aussergewöhnlich mild, knapp unter null. Das letzt Mal waren es gegen -32Grad.
Papana, wer wissen möchte, wie die Bar auf deutsch hiesse, soll am die feststofflichen Ausscheidungen der Rentiere denken.

Wetter:

-2 Grad, bedeckt, leichter Wind und Schneefall

PS:Aktuell bin ich wieder in Finnland – ich schreibe nur: Runebergintortu 🥳

3 Kommentare

  1. Herr Ärmel Herr Ärmel

    Essen und Rentiere sind das Stichwort, um den Winter in der mongolischen Steppe zu beleuchten. „Dsud“ bezeichnet einen strengen Winter, der für die Tiere zum Verhängnis wird. Es gibt vier Varianten davon:
    – Der tsagaan (weisse) dsud zeichnet sich durch starken Schneefall aus, der es den Tieren unmöglich macht, das Gras zu erreichen.
    – Der khar (schwarze) dsud wird verursacht durch mangelnden Schneefall, dem eine fatale Wasserknappheit folgt.
    – Der tumer (eiserne) dsud bedeutet, dass nach einer Periode mit milden Temperaturen der geschmolzene Schnee wieder gefriert und die Nahrung unter einer geschlossenen Eisdecke versiegelt.
    – Der khuiten (kalte) dsud hindert mit seinen mehrere Tage anhaltenden frostigen Temperaturen die Tiere am Weiden. Sie verwenden ihre ganze Energie, um sich warm zu halten.

    Wie einfach haben es dagegen wir Menschen mit vorgesetzten Tellern und üppig gefüllten Tortenregalen …

    • villadurchzug villadurchzug

      Ich halte mich mal an die Tortenregale und lasse es mir herrlich munden. Lecker ist‘s.

  2. Frau Dramaturga Frau Dramaturga

    Ins falsche Haus den Allerwertesten gesetzt
    Die Leute in pure Aufregung versetzt
    Die Dramaturga lacht bei dem Gedanken daran
    Wie man sich doch irren kann
    Da Renntiere oft auch in der Küche stranden
    Als Pfanntier in der Pfanne landen
    Vielen Namen könnten sie doch tragen
    Schöne Landschaften muss ich sagen
    Nebst dem Rentierflleisch scheinen voll die Regale
    Ein Dessert zum Finale?
    So ist die Dramatruga ohne Verdruss
    Im Wissen, ihr Monster nicht verhungern muss
    Gute Nacht in den hohen Norden
    Langsam nun den Heimweg boarden

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