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Tag 18: Die Verbrannten

Heute soll es sein, ich fahre an den östlichsten Punkt der Reise und Norwegens, knapp an der russischen Grenze, nach Vardø. Das Wetter soll passen, ein wenig Schneegestöber und nicht zuviel Wind. Eine atemberaubende Landschaft öffnete sich und in Vardø funktionierte von den 5 Ladekarten sogar die Letzte. Sonst wäre ich wohl eine Runde gestrandet mit dem Blåwal.

Vardø ist ein kleines beschauliches Fischereistädtchen mit Natoradaranlagen, die nahe der russischen Grenze etwaige Raketenabschüsse detektieren. Ebenso wurden im 17ten Jahrhundert über 90 Hexen und deren Angehörige verbrannt. Meist waren dies Sámen, die Gruppe der Kven in dieser Region. Mehr findest du unter Hexenjagd

Fahrt von Vadsø nach Vardø.
Fleißig lädt der Blåwal neue Elekronen, ich freue mich darüber, da die Retourfahrt so gesichert ist und erkunde die Siedlung währenddessen.
Die Pomoren handelten fleißig mit den Sámi und entwickelten gar eine eigen gemeinsame Russisch-Norwegisch-Sami-Sprache. Die Pomoren leb(t)en als Fischer in der Region der Finmark bis Murmansk. In der aktuellen Lage der Welt undenkbar. unglaublich, was ein Durchgeknallter mit seiner Entourage alles beeinflussen kann.
Hier befindet sich wie in Somarøy und vielen anderen Gemeinden Norwegens eine große Radaranlage der NATO, um allfällige feindliche Raketenabschüsse erkennen zu können.
Die Natur gehört allen, nicht nur den Fischereigrosskonzernen. Das abgebildete Holz wird verwendet, um die Netze an Board zu hieven.
Moderne Kunst?

1600 bis 1700 wurden über 90 Hexen und deren Gehilfen in Vardø nach einem Prozess lebendig verbrannt. Die Geschichte wurde aufgearbeitet, nicht zuletzt war dies möglich, weil die Gerichtsprotokolle überliefert und erhalten wurden. Eine sehr eindrückliche Gedenkstätte mit 2 Werken wurde erbaut.

Peter Zumthor, der Schweizer Architekt (Valser Therme) zeichnete den dunklen Glaskubus mit einem brennenden Stuhl mit Spiegeln darin.

Spiegelung im Außen und das Feuer im Innern.
Die 5 Spiegel im Innern Glaskubus, die auf den brennenden Stuhl zeigen, erinnern an die Richter, welche die Hexen zum Tode durch das Feuer verurteilten.
Das zweite Denkmal gleicht einer langen Raupe, im Innern befinde sich für jedes Opfer ein Licht, ein kleines Fenster und eine Gedenkübersicht. Die Raupe ist aufgehängt in einem ähnlichen Gestell, wie die Fische getrocknet werden.

Ein paar ausgewählte Testemonials, der durch Feuer Hingerichteten.

Auf der Fahrt von Vadsø nach Bugøynes. Das Wetter zeigte sich von der schönsten Seite. Die Nordlichter begleiteten mich auf der Fahrt nach dem Eindunkeln eine Stunde lang bis ans Ziel.

Wetter:

Schneegestöber bis mittel bewölkt. Starker Wind aus west-nordwestlicher Richtung. -2 bis 2 Grad

2 Kommentare

  1. Herr Ärmel Herr Ärmel

    Ob ich aus den rund 100 Wörtern (oder gar 300), die die Sámen für Schnee kennen, das richtige auslesen kann? Es gibt Bezeichnungen dafür, wie der Schnee fällt, wo er liegt, seine Höhe, Dichte und Temperatur. Auf Deinen Bildern von dem eindrücklichen Monument sieht es nach „seaŋáš“ – lockeren, körnigen Schnee – aus. Stimmts?

    • villadurchzug villadurchzug

      Körnig ja, locker eher nein. Die Temperatur lag um den Gefrierpunkt, eher etwas darüber. Der fallende Schnee war nass und grossflockig und durch den starken Wind arg zerzaust und vertrieben. Die Altschneedecke war kompakt, mit Eis durchsetzt mit einigen Schwachstellen. Zum Skifahren wäre es eine üble Sache gewesen. Vielleicht finden wir aus den 299 verbleibenden Wörtern für Schnee ein passenderes?

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