
Frisch war die Nacht. Nachdem der Blauwal die Nacht draussen verbrachte, war die Batterie bei minus 22Grad tiefgefroren und entsprechend wenig Leistung war auf der kurzen Fahrt vom Ladepunkt, an dem er über die Nacht hing, in das Hotel zurück abrufbar.
Damit die Batterieladung geschont wird, habe ich den Tesla an die 230V-Dose angeschlossen, damit er über darüber den Fahrgastraum und die Traktionsbatterie lädt. Doch er möchte nicht laden. Einmal den Schukostecker um 180 Grad drehen und es funktioniert.
Frisch sind die Bilder von der Tagesfahrt nach Kirkenes.








Und manchmal, alle 15min tauchen die Rentiere am Straßenrand auf, wenn man Gluck hat, sieht man nur noch den Hinterteil, sonst gibt es Geschnetzeltes, das auch lecker ist. 



Gegen 14:00 wurde es dunkel, ich bekam Hunger wie um 6. 

Und dann war ich da: Kirkenes, das Ende der Hurtigruten, eng an der Grenze zu Russland/Murmansk.
Nein, das ist kein Alien aus „War of the World“. In Kirkenes sind die Königskrabben Kaiser. Da das Wetter auch am Abend heiter blieb, zeigten sich die Nordlichter scheu gegen den Horizont. Der Sonnenwind ist heute schwach ausgeprägt, darum bleiben sie scheu.
Die ganze Fahrt seit ich in Lappland bin, seit 2 Tagen, begleitet mich musikalisch der Joik. Doch staunt selber.
Wetter: leicht bewölkt zwischen -20 und -32 Grad. Dank der Kälte und dem dicken Schnee auf der Strasse erreichte ich das Ziel mit 6km Restreichweite. Etwas Schmuck wurde es mir, als der erste Ladepunkt kein Strom hergeben mochte und der Batteriestand sich durch das Abkühlen der Batterie nach der Fahrt weiter reduzierte. Der zweite Ladepunkt lief dann einwandfrei, so wie alle bisherig verendeten diversen Ladestationen.
Strecke:

Erkenntnis:
1. 200 km liegen bei minus 30Grad und gepresstes Schnee bei 70km/h drin
2. Jedes Land hat seinen eigenen Strassenmonster, die unerwartet auf die Fahrbahn hüpfen, hier sind es die Rentiere.

Weit entfernt … in der Tat. Danke, dass Du uns so anschaulich auf Deine Reise mitnimmst!
„Der Joik dient der Verortung in Raum und Zeit. So hat er etwa die Funktion, Erinnerungen zu bewahren und zu vergegenwärtigen: Man joikt nicht über etwas, sondern man joikt etwas. Das kann eine Person sein, ein Tier oder ein Gegenstand, was dann durch den Joik während der Performance für Sänger und Zuhörer tatsächlich als real wahrgenommen und erfahren wird. Dies war in der dünn besiedelten Region Nordskandinaviens besonders wichtig, um sich weit entfernte Verwandte und Freunde zu vergegenwärtigen und sie auch über ihren Tod hinaus lebendig zu erhalten. So besitzen viele Samen einen persönlichen Joik. Einige Eltern schenken ihren Kindern sogar zur Geburt einen Joik, welcher sich im Verlaufe ihres Lebens auch weiterentwickeln kann. Eine Person existiert dann so lange und an jenem Ort, wo sie von anderen gejoikt wird. Der Joik wurde traditionellerweise im kleinen Familien- und Freundeskreis aufgeführt und war auch für schamanische Rituale von grosser Bedeutung.“ [Laura Mettler nach Britta Sweers]
Hoi Thomas, so jetzt hast Du das Ziel, Kirkenes, erreicht. Schön dass Du schon so weit bist. Und die sehr winterlichen Temperaturen gehören einfach dazu, wir nehmen nicht an, dass Du vorallen diese gesucht hast.
Wunderschön sind wieder die Fotos von unterwegs mit den verschiedenen Stimmungen und natürlich den vierbeinigen Begleitern auf und neben der Strasse!
Jetzt wird’s dann wieder eher südwärts gehen denken wir. Wir werden weiterhin gespannt Deine weitere Reise verfolgen; mit Deinen Erkenntnissen und mit schönen Fotos.
Heb’dr Sorg und liebi Grüess
Mammi und Däddy
Morgen ist die grosse Fahrt ins Unbekannte, abseits der von Süd nach Nord führenden Strassen mit beinahe keinen Lademöglichkeiten. Möge der Gegenwind schwach, die Temperaturen nicht allzu tief und der Schneefall heut Nacht gering ausfallen. Dann reicht ie Batterie.