Heute morgen wurde ich im roten Häuschen passivgeweckt.
Die beiden jungen Strassenwärter im Häuschen neben mir kamen kaum aus den Federn. Dafür klingelte ihr Wecker auch für mich. Der neue Tag bringt Frau Holles weisse Pracht. Entsprechend spannend gestaltete sich die Auffahrt bis zur Schnellstrasse in Richtung Norden. Nachdem diese erreicht war, verlief die Fahrt ereignislos bis zur finnischen Grenze. Ab hier wechselte der Strassenbelag von Asphalt auf Eis. Schleifschuhe wären ein adäquates Fortbewegungsmittel, allerdings hab ich 4 neue Winterräder ohne Spikes unter der Stromkutsche am Drehen. 

Dafür entschleunigt sich der Verkehr, keine Superbrummis mehr, wenig Autos allgemein und keine Schnellfahrer die Überholen müssen. Die beste Taktik auf dem Eis: Keine Pedalbewegungen und das Steuerrad ganz sachte wie eine 1000jährige Porzellanpuppe liebkosen. So gleite ich stundenlang durch wunderschönste Winterlandschaften an verschneiten Wäldern, roten und braunen Häuschen mit wunderbar erleuchteten Fenstern vorbei. 
Die Dämmerung hielt Stunden an und lockte die Rentiere auf die Fahrbahn.

In Pello, einem kleinen Dörfchen in Finnland strich ich 90Minuten lang bei -18Grad um die Häuser, während der Wagen geladen wurde. Keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Ja gut, ich wäre hier wohnend auch kaum in Badehosen auf dem Schneefeld liegend die Wolken anbetend anzutreffen. Das Leben spielt sich definitiv hinter den 4 Wänden ab.
Ein wunderbares finnisches Hotel aus Holz gefunden mit Sauna, Cheminée und finnischem Buffet sowie einer Reisegruppe mit 15 Gästen, die offenbar der Sprache nach aus der Schweiz sind. Ich gab mich erst nach dem Essen, nachdem die Reiseleiterin ihr Programm für den morgigen Tag bekannt gab mit einem „hei so schön“ zu erkennen. Um so grösser war das Gelächter.
Mir gefällst da, ich glaub ich bleib noch einen Tag länger hier – Entschleunigung.
Wetter: -11Grad auf -20Grad fallend, dafür windstill und meist trocken.
Strecke:


Tervetuloa! Jetzt klingt es nach Entspannung. Genieße den Wintertag im Tiefkühlfach. Und wenn Du Rentierfleisch isst, müsstest du das hier wohl beichten….
Mea culpa, I confess der Verlockung des Rens nicht widerstanden zu haben.
So schön! Schon das Lesen deiner Zeilen wirkt entschleunigend. Die Bilder sind wunderschön und wettermässig verpasst du in der CH gar nichts.
Go on! Heb Sorg! lG Urs
Lieber Urs, Danke für deinen Kommentar. Ich hoffe, es gibt noch ein paar Bilder mehr, insbesondere auch der Nordlichter. Die halten sich bis jetzt sehr bedeckt.
Hey, das tönt ja wunderbar. Freut mich, dass Du es gut hast.
Danke Tobias, dass es überhaupt möglich wurde. Ja ist traumhaft hier. Grad auf dem Weg mit den Schneeschuhen durch Wälder und Seen zu streifen.
wow…schon mega eindrücklich…Rentiere, so viel Schnee…. und wie viele Male hat ein Elch deine rutschenden Wege gekreuzt?
Geniess die ruhige, entschleunigte Nordlandschaft, und ich hoffe doch sehr, dass du über (gefrorene) Seen streifst mit den Schneeschuhen und nicht durch die Seen 😉
Liebe Grüsse aus der immer noch stürmischen und winterlich nassen Schweiz.
Liebe Pippi, glücklicherweise sind die Seen gefroren und ich bin trotz Wintergewicht nicht eingebrochen ?. Unglücklicherweise war heute auch die Trinkflasche im Rucksack gefroren…
Deine Reise zu verfolgen ist extrem spannend! Am liebsten wäre ich mit dabei ?
Freue mich auf weitere Geschichten aus dem Leben des Tesla Nordkap Abenteurers.
Hei Martin, ich schreib dir jeden Tag eine kleine Freude. Das Stativ ist bis jetzt ungenutzt im Kofferraum, die Nordlichter machen auf scheu.