Es hat sich in den letzten Jahren viel verändert, nicht nur das Wetter wurde unglaublich „warm“, auch die Menge an Touristen in einigen Gebieten stieg sprunghaft an. Dafür sind andere Orte vollständig ausgestorben und es war schwierig, eine Übernachtungsmöglichkeit oder ein geöffnetes Restaurant zu finden.

Heute fahre ich „nur“ von Kirkenes nach Inari, in der grossartigen läppischen Landschaft ins Zentrum der sámischen Kultur. Samuel hat das Haus zur Übernachtung überlassen, da er zur Zeit in Kautokeino weilt. Nachdem ich die Tasche und die Esswaren in das falsche Haus ausgeladen habe, das Essen im FineDinigRestaurant genossen habe, hat sich die Aufregung des jungen Paares im falschen Haus wieder gelegt. Sie haben sich gewundert, wer ein Buch in deutscher Sprache und stinkender norwegischer Fisch sein eigen nennt.



Eigentlich sollten die Rentiere auf Renntiere umbenannt werden, weil sie vor dem Wagen herrennen, statt rechts oder links der Strasse einfach stehen bleiben.



Ja das Ren rennt mit dem Wagen um die Wette.



Wetter:
-2 Grad, bedeckt, leichter Wind und Schneefall
PS:Aktuell bin ich wieder in Finnland – ich schreibe nur: Runebergintortu 🥳


Essen und Rentiere sind das Stichwort, um den Winter in der mongolischen Steppe zu beleuchten. „Dsud“ bezeichnet einen strengen Winter, der für die Tiere zum Verhängnis wird. Es gibt vier Varianten davon:
– Der tsagaan (weisse) dsud zeichnet sich durch starken Schneefall aus, der es den Tieren unmöglich macht, das Gras zu erreichen.
– Der khar (schwarze) dsud wird verursacht durch mangelnden Schneefall, dem eine fatale Wasserknappheit folgt.
– Der tumer (eiserne) dsud bedeutet, dass nach einer Periode mit milden Temperaturen der geschmolzene Schnee wieder gefriert und die Nahrung unter einer geschlossenen Eisdecke versiegelt.
– Der khuiten (kalte) dsud hindert mit seinen mehrere Tage anhaltenden frostigen Temperaturen die Tiere am Weiden. Sie verwenden ihre ganze Energie, um sich warm zu halten.
Wie einfach haben es dagegen wir Menschen mit vorgesetzten Tellern und üppig gefüllten Tortenregalen …
Ich halte mich mal an die Tortenregale und lasse es mir herrlich munden. Lecker ist‘s.
Ins falsche Haus den Allerwertesten gesetzt
Die Leute in pure Aufregung versetzt
Die Dramaturga lacht bei dem Gedanken daran
Wie man sich doch irren kann
Da Renntiere oft auch in der Küche stranden
Als Pfanntier in der Pfanne landen
Vielen Namen könnten sie doch tragen
Schöne Landschaften muss ich sagen
Nebst dem Rentierflleisch scheinen voll die Regale
Ein Dessert zum Finale?
So ist die Dramatruga ohne Verdruss
Im Wissen, ihr Monster nicht verhungern muss
Gute Nacht in den hohen Norden
Langsam nun den Heimweg boarden